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Ernst Jandl (1925–2000) war so etwas wie ein Rebell unter den deutschen Dichtern. Er hat die Sprache nicht einfach nur benutzt, um Geschichten zu erzählen, sondern sie verbogen, zerschnitten und völlig neu zusammengesetzt. Für ihn war ein Gedicht nicht nur Text auf Papier, sondern Musik. Viele seiner Werke ergeben erst richtig Sinn, wenn man sie laut liest. Jandl hat unsere „korrekte“ Sprache absichtlich kaputtgemacht. Er benutzte oft eine Art Kindersprache oder fehlerhafte Grammatik. Viele seiner sogenannten Sprechgedichte empfinden wir auf den ersten Blick als extrem lustig und bringen einen zum Lachen. Wenn man aber länger darüber nachdenkt, merkt man oft, dass sie eigentlich sehr traurig, politisch oder kritisch sind. Manchmal war ihm auch wichtig, wie die Wörter auf dem Blatt aussehen. Er hat mit der Anordnung der Buchstaben experimentiert, sodass das Gedicht selbst wie ein Bild wirkt. Jandl hat die Sprache also vom feinen Anzug befreit und ihr ein buntes, schräges Kostüm angezogen. Mit diesem Hintergrundwissen machten sich die Schüler:innen der 2a im Deutschunterricht ans Werk und neben den sehenswerten Ergebnissen hatten sie auch noch viel Spaß beim Spielen mit der Sprache, beim sogenannten Jandeln.
(SU, PF) |